Behandlungspflege — Medizinische Pflege zu Hause
Behandlungspflege umfasst alle medizinisch-pflegerischen Maßnahmen, die ein Arzt verordnet und die von examinierten Pflegekräften im häuslichen Umfeld durchgeführt werden. Die Kosten trägt die Krankenversicherung — ein Pflegegrad ist nicht erforderlich.
Hinweis: efy care ist Software für ambulante Pflegedienste und erbringt selbst keine Pflege- oder Gesundheitsleistungen. Die beschriebenen Leistungen erbringen zugelassene Pflegedienste mit Versorgungsvertrag nach § 72 SGB XI bzw. Vertrag nach § 132a SGB V. Diese Seite ist eine allgemeine Information (Stand: Oktober 2026) und ersetzt keine Beratung durch Pflegekasse, Pflegestützpunkt oder Pflegedienst.
Was gehört zur Behandlungspflege?
Behandlungspflege nach § 37 SGB V umfasst medizinische Maßnahmen, die ärztlich verordnet und von Pflegefachkräften ausgeführt werden. Sie dient dazu, eine Krankenhausbehandlung zu vermeiden oder zu verkürzen (Krankenhausvermeidungspflege) oder ein ärztliches Behandlungsziel zu sichern (Sicherungspflege).
Typische Maßnahmen der Behandlungspflege
- Medikamentengabe — Richten, Verabreichen und Dokumentieren verordneter Medikamente
- Injektionen — Subkutane Injektionen (z. B. Insulin, Heparin)
- Wundversorgung — Verbandswechsel, Wundreinigung, Dokumentation des Wundverlaufs
- Kompressionstherapie — An- und Ausziehen von Kompressionsstrümpfen
- Blutdruck- und Blutzuckermessung — Regelmäßige Kontrolle und Dokumentation der Vitalwerte
- Katheterpflege — Versorgung von Blasenkathetern und suprapubischen Kathetern
- Stomapflege — Versorgung und Wechsel von Stomabeuteln
- Absaugen der oberen Atemwege
- Dekubitusbehandlung — Lagerung und Wundversorgung bei Druckgeschwüren
Wie funktioniert die Verordnung?
Der behandelnde Arzt stellt eine Verordnung häuslicher Krankenpflege aus (Muster 12). Die Verordnung sollte der Krankenkasse spätestens am dritten Arbeitstag nach der Ausstellung vorliegen. Bis zur Entscheidung der Kasse übernimmt sie in diesem Fall die Kosten der verordneten und erbrachten Leistungen. Bei Ablauf kann der Arzt eine Folgeverordnung ausstellen.
Wichtig: Eine Erstverordnung kann zunächst für bis zu 14 Tage ausgestellt werden. Folgeverordnungen können längere Zeiträume abdecken. Die Einzelheiten regelt die Häusliche-Krankenpflege-Richtlinie des G-BA.
Behandlungspflege ohne Pflegegrad
Im Unterschied zur Grundpflege ist für die Behandlungspflege kein Pflegegrad erforderlich. Jeder gesetzlich Versicherte kann Behandlungspflege erhalten, wenn ein Arzt sie verordnet. Das gilt auch für junge Menschen nach einer Operation oder bei chronischen Erkrankungen.
Unterschied: Behandlungspflege und Grundpflege
Die Grundpflege betrifft die alltägliche Versorgung — Körperpflege, Ernährung, Mobilität — und wird über die Pflegeversicherung (SGB XI) finanziert. Die Behandlungspflege hingegen umfasst medizinische Maßnahmen und läuft über die Krankenversicherung (SGB V). Beide Leistungen können gleichzeitig in Anspruch genommen werden.
Dokumentation mit efy care
efy care unterstützt Pflegedienste bei der Dokumentation der Behandlungspflege: Medikamentengabe, Vitalwerte, Wundverläufe und Verordnungen werden digital erfasst und bleiben nachvollziehbar — auch für Rückfragen der Krankenkasse oder eine Prüfung durch den Medizinischen Dienst (siehe auch Beratungsbesuche).
Weitere Informationen zu den Leistungsbereichen der ambulanten Pflege, zur Verhinderungspflege und zu Beratungsbesuchen nach § 37.3.