Das Wichtigste in Kürze
- Pflege-Apps lassen sich in sechs Kategorien einteilen: Buchungsplattformen, Organisations-Apps, Medikamenten-Erinnerungen, DiPA, Notruf-Apps und Pflegetagebücher.
- Für gelistete digitale Pflegeanwendungen (DiPA) nach § 40a SGB XI übernimmt die Pflegekasse bis zu 53 € pro Monat (seit 01.01.2025, vorher 50 €).
- Über Buchungsplattformen gebuchte Alltagsbegleitung kann mit dem Entlastungsbetrag von 131 € pro Monat abgerechnet werden — bei efy care vollautomatisch.
- Pflege- und Gesundheitsdaten sind besonders geschützt (Art. 9 DSGVO) — Serverstandort und Datenschutzerklärung vor der Nutzung prüfen.
- Keine App ersetzt menschliche Zuwendung — gute digitale Helfer schaffen Zeit für sie.
Warum digitale Helfer in der Pflege?
Wer einen Angehörigen zu Hause pflegt, führt nebenbei ein kleines Unternehmen: Termine mit Ärzten, Pflegedienst und Therapeuten koordinieren, Medikamentenpläne aktuell halten, Anträge stellen, Rechnungen einreichen, Budgets der Pflegekasse im Blick behalten — und zwischen all dem soll noch Zeit für den Menschen bleiben. Genau hier setzen Pflege-Apps an. Sie können drei Dinge besonders gut:
- Organisation: Termine, Aufgaben, Medikamente und Dokumente liegen an einem Ort statt auf Zetteln, in drei Kalendern und im Kopf einer einzigen Person.
- Entlastung der Angehörigen: Wiederkehrende Verwaltungsarbeit — etwa die Abrechnung des Entlastungsbetrags von 131 € pro Monat mit der Pflegekasse — läuft automatisiert statt per Papierformular.
- Transparenz: Alle Beteiligten sehen denselben Stand. Die Tochter in Hamburg weiß, dass die Begleiterin in Frankfurt gerade mit der Mutter beim Arzt war — ohne dreimal telefonieren zu müssen.
Der Gesetzgeber hat die Bedeutung digitaler Hilfen erkannt: Seit 2022 gibt es mit den digitalen Pflegeanwendungen (DiPA) eine eigene Leistungskategorie im SGB XI, und seit dem 1. Januar 2025 übernimmt die Pflegekasse dafür bis zu 53 € pro Monat. Gleichzeitig ist der Markt unübersichtlich geworden: Hunderte Apps werben um pflegende Angehörige, und nicht jede hält, was der App-Store-Eintrag verspricht. Statt einzelne Produkte gegeneinander auszuspielen, sortieren wir den Markt deshalb nach Kategorien — denn die wichtigste Frage ist nicht „Welche App ist die beste?", sondern „Welche Art von App löst mein Problem?".
Die sechs Kategorien im Überblick
Praktisch jede Pflege-App auf dem deutschen Markt lässt sich einer dieser sechs Gruppen zuordnen:
- Buchungs- und Vermittlungsplattformen für Alltagsbegleitung und Betreuung — sie bringen Familien und Betreuungskräfte zusammen.
- Pflege-Organisations-Apps — digitale Zentralen für Aufgaben, Termine und Dokumente der Familie.
- Medikamenten-Erinnerungs-Apps — sie erinnern zuverlässig an die Einnahme.
- DiPA — geprüfte digitale Pflegeanwendungen nach § 40a SGB XI mit Kostenübernahme durch die Pflegekasse.
- Notruf- und Sturzerkennungs-Apps samt Wearables — für Sicherheit, wenn niemand im Haus ist.
- Pflegetagebuch- und Dokumentations-Apps — vor allem zur Vorbereitung der MD-Begutachtung.
Die Kategorien schließen sich nicht aus: Viele Familien kombinieren eine Buchungsplattform für die Betreuung mit einer Medikamenten-Erinnerung und, vor der Begutachtung, einem Pflegetagebuch. Schauen wir uns die Gruppen im Einzelnen an.
1. Buchungs- und Vermittlungsplattformen für Alltagsbegleitung
Die vielleicht spürbarste Entlastung im Pflegealltag ist eine verlässliche Betreuungsperson: jemand, der spazieren geht, vorliest, zum Arzt begleitet, im Haushalt hilft — und damit pflegenden Angehörigen Freiräume verschafft. Buchungsplattformen digitalisieren genau diesen Weg: Statt Aushängen, Mundpropaganda und Wartelisten finden Sie Alltagsbegleitung per App, sehen Profile und Verfügbarkeiten und buchen den Termin direkt.
Zu dieser Kategorie gehört auch unsere eigene App efy care — das sagen wir transparent dazu, denn efy care wird vom Herausgeber dieses Ratgebers, der Alltagsengel UG aus Frankfurt, betrieben. So funktioniert sie:
- Geprüfte Begleiter buchen: Alle Alltagsbegleiterinnen und -begleiter durchlaufen eine Prüfung, bevor sie Einsätze übernehmen. Sie wählen eine Person aus, die zu Ihren Bedürfnissen und Zeiten passt, und buchen Termine direkt in der App. Wer selbst auf der anderen Seite stehen möchte, findet übrigens in unserem Guide Alltagsbegleiter werden alle Voraussetzungen.
- Echtzeit-Updates für Angehörige: Familienmitglieder sehen in der App, wann ein Einsatz beginnt und endet und was gemacht wurde — auch aus der Ferne. Das schafft Vertrauen und erspart Rückfragen.
- Automatische Abrechnung mit der Pflegekasse: Einsätze werden über den Entlastungsbetrag von 131 € pro Monat direkt mit der Pflegekasse abgerechnet — per Abtretung, ohne Vorkasse und ohne Formulare. Das Restbudget sehen Sie jederzeit in der App.
- In-App-Chat: Absprachen mit der Begleitung — „Bitte heute an die Brille denken" — laufen direkt in der App, nachvollziehbar für alle Beteiligten.
Grundvoraussetzung für die Abrechnung über die Pflegekasse ist ein anerkannter Pflegegrad. Falls der noch fehlt, lesen Sie zuerst Pflegegrad beantragen: Schritt für Schritt — der Anspruch auf den Entlastungsbetrag besteht ab Pflegegrad 1.
2. Pflege-Organisations-Apps für Angehörige
Organisations-Apps sind die digitalen Familienzentralen der Pflege. Typische Funktionen: gemeinsame Aufgabenlisten („Wer holt das Rezept ab?"), ein geteilter Kalender für Arzt- und Therapietermine, Notizen zur Tagesform, eine Dokumentenablage für Pflegegradbescheid, Vollmachten und Medikamentenpläne sowie Rollen für mehrere Familienmitglieder.
Der Nutzen steigt mit der Zahl der Beteiligten: Wenn sich drei Geschwister die Sorge um die Eltern teilen, verhindert eine gemeinsame App genau die Reibungsverluste, an denen Familien sonst zermürben — doppelte Anrufe, vergessene Termine, Informationsinseln. Viele dieser Apps sind in der Basisversion kostenlos und finanzieren sich über Premium-Abos im Bereich weniger Euro pro Monat. Eine Erstattung durch die Pflegekasse gibt es für reine Organisations-Apps in der Regel nicht — es sei denn, die App ist als DiPA gelistet (dazu gleich mehr).
3. Medikamenten-Erinnerungs-Apps
Falsch oder vergessen eingenommene Medikamente gehören zu den häufigsten vermeidbaren Gesundheitsrisiken im Alter. Erinnerungs-Apps setzen genau hier an: Sie hinterlegen den Medikationsplan, die App erinnert zur Einnahmezeit, und Angehörige können auf Wunsch benachrichtigt werden, wenn eine Einnahme nicht bestätigt wurde. Manche Apps lesen den bundeseinheitlichen Medikationsplan per Barcode ein, warnen vor Wechselwirkungen oder erinnern an Folgerezepte.
Wichtig für die Praxis: Die beste Erinnerung nützt nichts, wenn die pflegebedürftige Person das Smartphone nicht hört oder die Bestätigung nicht bedienen kann. In solchen Fällen ist die Kombination sinnvoll — die App erinnert die Angehörigen oder die Betreuungskraft, nicht (nur) die pflegebedürftige Person selbst. Viele solide Erinnerungs-Apps sind kostenlos; medizinisch geprüfte Varianten können als Medizinprodukt zertifiziert sein.
4. DiPA: Digitale Pflegeanwendungen nach § 40a SGB XI
DiPA sind die „Apps auf Kassenkosten" der Pflegeversicherung. Eine digitale Pflegeanwendung ist eine App oder browserbasierte Anwendung, die Pflegebedürftige zu Hause unterstützt oder pflegende Angehörige anleitet — zum Beispiel mit Übungsprogrammen zur Sturzprävention, Gedächtnistraining bei Demenz oder strukturierten Kursen für Angehörige. Damit eine App als DiPA gilt, muss sie ein Prüfverfahren beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) durchlaufen und wird dann in das offizielle DiPA-Verzeichnis aufgenommen.
Der entscheidende Vorteil: Für gelistete DiPA übernimmt die Pflegekasse nach § 40a SGB XI bis zu 53 € pro Monat — dieser Betrag gilt seit dem 1. Januar 2025 (vorher waren es 50 €). Der Zuschuss deckt die Nutzung der Anwendung und bei Bedarf ergänzende Unterstützungsleistungen ab. Den Antrag stellen Sie formlos bei der Pflegekasse; Voraussetzung ist ein Pflegegrad (1 bis 5) und häusliche Versorgung.
Das DiPA-Verzeichnis wächst langsam — die Prüfhürden sind hoch, was für Sie als Nutzer aber ein Qualitätsversprechen ist: Gelistete Anwendungen müssen Nutzen, Datenschutz und Sicherheit nachweisen. Ein Blick in das aktuelle Verzeichnis auf der BfArM-Website lohnt sich, bevor Sie für eine Pflege-App Geld ausgeben, die es dort vielleicht schon mit Kassenzuschuss gibt.
5. Notruf- und Sturzerkennungs-Apps und Wearables
Die größte Sorge vieler Angehöriger: Was passiert, wenn Mutter oder Vater allein zu Hause stürzt und das Telefon nicht erreicht? Notruf-Apps und Wearables — Smartwatches, Sturzsensoren, Notrufknöpfe mit App-Anbindung — geben hier Sicherheit. Typische Funktionen sind der manuelle Notruf per Knopfdruck, automatische Sturzerkennung über Bewegungssensoren, GPS-Ortung für Menschen mit Demenz und Benachrichtigungsketten, die erst Angehörige und dann eine Notrufzentrale alarmieren.
Bei den Kosten lohnt ein genauer Blick: Reine Apps sind oft günstig oder kostenlos, Systeme mit Hardware und 24-Stunden-Zentrale kosten meist eine monatliche Gebühr. Der klassische Hausnotruf ist als Pflegehilfsmittel anerkannt — die Pflegekasse bezuschusst ihn bei vorliegendem Pflegegrad, sodass für viele Familien nur ein geringer oder gar kein Eigenanteil bleibt. Moderne App-basierte Systeme können, je nach Ausgestaltung, ebenfalls als Hausnotruf-Ersatz anerkannt sein — fragen Sie vor Vertragsabschluss bei Ihrer Pflegekasse nach.
6. Pflegetagebuch- und Dokumentations-Apps
Vor der Begutachtung durch den Medizinischen Dienst (MD) ist ein Pflegetagebuch Gold wert: Es dokumentiert über ein bis zwei Wochen, bei welchen Verrichtungen wie viel Hilfe nötig ist — und sorgt dafür, dass beim Begutachtungstermin nichts vergessen wird. Was früher ein Papierheft war, gibt es heute als App: Sie protokollieren Hilfen bei Körperpflege, Ernährung, Mobilität und Betreuung direkt am Smartphone, oft mit Vorlagen entlang der sechs Begutachtungsmodule.
Der Vorteil gegenüber Papier: Mehrere Personen — Ehepartner, Kinder, Betreuungskraft — können parallel dokumentieren, und am Ende steht ein sauberer Ausdruck für den Gutachter. Gerade wenn ein Höherstufungsantrag ansteht oder der erste Pflegegrad beantragt wird, ist diese Dokumentation ein starkes Beweismittel. Wie die Begutachtung abläuft und worauf es dabei ankommt, lesen Sie in unserem Leitfaden Pflegegrad beantragen.
Vergleichstabelle: Die App-Kategorien auf einen Blick
| Kategorie | Kernfunktion | Für wen | Kosten / Erstattung |
|---|---|---|---|
| Buchungs-/Vermittlungsplattform (z. B. efy care) | Geprüfte Alltagsbegleiter buchen, Echtzeit-Updates, In-App-Chat, automatische Kassenabrechnung | Familien, die Betreuung/Alltagshilfe brauchen | Leistungen über Entlastungsbetrag (131 €/Monat) direkt mit der Pflegekasse abrechenbar |
| Organisations-App | Aufgaben, Termine, Dokumente für die ganze Familie | Mehrere Angehörige, die sich die Pflege teilen | Meist kostenlos bis wenige €/Monat; i. d. R. keine Erstattung |
| Medikamenten-Erinnerung | Einnahme-Erinnerungen, Medikationsplan, Angehörigen-Alarm | Pflegebedürftige mit mehreren Medikamenten und ihre Angehörigen | Oft kostenlos; Premium-Abos möglich |
| DiPA (§ 40a SGB XI) | Geprüfte Anwendungen, z. B. Sturzprävention, Demenz-Training, Angehörigen-Schulung | Pflegebedürftige mit Pflegegrad 1–5 zu Hause | Pflegekasse übernimmt bis zu 53 €/Monat für gelistete DiPA |
| Notruf / Sturzerkennung | Notrufknopf, automatische Sturzerkennung, Ortung, Alarmkette | Alleinlebende Pflegebedürftige, Menschen mit Demenz | App oft günstig; klassischer Hausnotruf als Pflegehilfsmittel bezuschusst |
| Pflegetagebuch / Dokumentation | Hilfebedarf strukturiert protokollieren, Export für den Gutachter | Familien vor MD-Begutachtung oder Höherstufung | Meist kostenlos oder einmalig wenige Euro |
Checkliste: So wählen Sie die richtige Pflege-App
Egal für welche Kategorie Sie sich interessieren — diese sechs Kriterien sollten Sie vor der Nutzung prüfen:
- DSGVO und Serverstandort: Werden die Daten in der EU gespeichert und verarbeitet? Gibt es eine verständliche, vollständige Datenschutzerklärung mit benanntem Verantwortlichen? Vorsicht bei Apps ohne Impressum oder mit Datenverarbeitung außerhalb der EU ohne klare Rechtsgrundlage.
- Gesundheitsdaten nach Art. 9 DSGVO: Angaben zu Pflegegrad, Diagnosen und Medikamenten sind besonders geschützte Daten. Die App muss dafür Ihre ausdrückliche Einwilligung einholen und darf sie nicht für Werbung oder Profilbildung nutzen. Verschlüsselte Übertragung (mindestens TLS) ist Pflicht, Ende-zu-Ende-Verschlüsselung beim Chat ein Plus.
- Kosten und Erstattung: Was kostet die App wirklich — einmalig, monatlich, mit In-App-Käufen? Ist sie als DiPA gelistet (bis zu 53 €/Monat von der Pflegekasse)? Lassen sich gebuchte Leistungen über den Entlastungsbetrag oder die Verhinderungspflege abrechnen?
- Bedienbarkeit für Ältere: Lässt sich die Schriftgröße anpassen? Sind die Kontraste kräftig genug (dunkle Schrift auf hellem Grund, keine hellgrauen Texte)? Kommt man mit wenigen, großen Schaltflächen ans Ziel? Testen Sie das gemeinsam mit der Person, die die App später nutzen soll.
- Support: Gibt es erreichbaren Support auf Deutsch — idealerweise per Telefon, nicht nur per Kontaktformular? Wie schnell wird geantwortet? Gerade bei Apps, über die Betreuung oder Notrufe laufen, ist das entscheidend.
- Anbindung an die Pflegekasse: Kann die App direkt mit der Pflegekasse abrechnen (Abtretung) oder zumindest die nötigen Belege erzeugen? Zeigt sie Ihre Budgets an? Je weniger Sie selbst Formulare ausfüllen müssen, desto größer die tatsächliche Entlastung im Alltag.
Betreuung buchen statt Formulare ausfüllen
Mit efy care buchen Sie geprüfte Alltagsbegleiter in Ihrer Nähe, erhalten Echtzeit-Updates zu jedem Einsatz und die Abrechnung des Entlastungsbetrags von 131 € pro Monat läuft vollautomatisch mit der Pflegekasse.
efy care kennenlernenWas keine App leisten kann
Bei aller Begeisterung für digitale Helfer gehört eine Wahrheit in jeden ehrlichen Vergleich: Keine App ersetzt menschliche Zuwendung. Eine Erinnerungs-App stellt kein Glas Wasser zur Tablette bereit, ein Kalender hält keine Hand beim Arztbesuch, und kein Algorithmus bemerkt den Blick, mit dem jemand sagt, dass heute ein schwerer Tag ist. Digitale Anwendungen können Pflege nicht leisten — sie können sie organisieren, dokumentieren, absichern und zugänglicher machen.
Genau darin liegt aber ihr Wert: Jede Stunde, die eine App an Verwaltungsarbeit, Telefonketten und Papierkram einspart, ist eine Stunde, die für den Menschen bleibt. Die beste digitale Strategie in der Pflege ist deshalb keine Entweder-oder-Entscheidung, sondern eine Arbeitsteilung — die App übernimmt die Bürokratie, Menschen übernehmen die Begleitung. Einen Überblick über alle Leistungen und Wege, die Ihnen dabei helfen, finden Sie in unserem Pflege-Ratgeber.
Häufige Fragen zu Pflege-Apps
Übernimmt die Pflegekasse die Kosten für Pflege-Apps?
Teilweise. Für digitale Pflegeanwendungen (DiPA), die im offiziellen DiPA-Verzeichnis gelistet sind, übernimmt die Pflegekasse nach § 40a SGB XI bis zu 53 € pro Monat (seit 01.01.2025, vorher 50 €). Leistungen, die Sie über eine App buchen — etwa Alltagsbegleitung — können über den Entlastungsbetrag von 131 € pro Monat abgerechnet werden. Reine Organisations- oder Erinnerungs-Apps zahlen Sie in der Regel selbst, viele sind aber kostenlos.
Was ist eine DiPA (digitale Pflegeanwendung)?
Eine DiPA ist eine geprüfte digitale Pflegeanwendung nach § 40a SGB XI, die Pflegebedürftige oder ihre Angehörigen zu Hause unterstützt — etwa durch Übungsprogramme, Sturzprävention oder Anleitungen für pflegende Angehörige. DiPA werden vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) geprüft und in einem Verzeichnis gelistet. Die Pflegekasse übernimmt für gelistete DiPA bis zu 53 € pro Monat.
Kann ich den Entlastungsbetrag über eine App abrechnen?
Ja. Buchungsplattformen wie efy care rechnen anerkannte Leistungen — etwa Alltagsbegleitung oder Haushaltshilfe — per Abtretungserklärung direkt mit der Pflegekasse ab. Sie buchen den Termin in der App, der Entlastungsbetrag von 131 € pro Monat wird automatisch verrechnet, und Sie müssen weder in Vorleistung gehen noch Belege einreichen.
Worauf muss ich beim Datenschutz von Pflege-Apps achten?
Pflege- und Gesundheitsdaten sind besonders geschützte Daten nach Art. 9 DSGVO. Prüfen Sie vor der Nutzung: Steht der Server in der EU? Gibt es eine verständliche Datenschutzerklärung? Werden Daten an Dritte weitergegeben oder für Werbung genutzt? Ist die Übertragung verschlüsselt? Seriöse Anbieter beantworten diese Fragen transparent in App-Store-Beschreibung und Datenschutzerklärung.
Sind Pflege-Apps auch für ältere Menschen geeignet?
Gute Pflege-Apps ja. Achten Sie auf große, anpassbare Schrift, kräftige Kontraste, einfache Menüführung mit wenigen Ebenen und gut erreichbaren Support per Telefon. Viele Apps richten sich allerdings primär an die pflegenden Angehörigen — dann muss vor allem deren Alltag abgebildet werden, während die pflegebedürftige Person die App gar nicht selbst bedienen muss.
Kann eine Pflege-App menschliche Betreuung ersetzen?
Nein. Eine App kann organisieren, erinnern, dokumentieren und den Zugang zu Hilfe erleichtern — Zuwendung, Gespräch und praktische Unterstützung leisten Menschen. Die besten digitalen Helfer verstehen sich deshalb als Brücke: Sie nehmen Angehörigen Verwaltungsarbeit ab und schaffen damit Zeit für das, was zählt.